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Junge Frau mit langen Haaren und schwarzem Oberteil spricht mit Mikrophon in der Hand
© OeAD/APA-Fotoservice/Juhasz

Wenn Freiwilligentätigkeit das Leben verändert Interview mit ESK-Botschafterin Makbule Temel

Makbule Temel wurde im Dezember 2025 neue Botschafterin für das Europäische Solidaritätskorps. Sie kennt das Europäische Solidaritätskorps (ESK) sowohl aus der Perspektive der Projektteilnehmenden als auch von Seiten der Projektkoordinatorin.
4 min lesen · 14. April 2026

Heuer feiern die EU-Freiwilligeneinsätze ihr 30-Jahre-Jubiläum. Wie sind Sie zu diesem EU-Programm gekommen?

Mein Weg in die Welt von Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps begann im Jahr 2013. Damals wollte ich nach der Matura unbedingt als Freiwillige ins Ausland gehen. Einen Platz im Europäischen Freiwilligendienst habe ich damals zwar nicht bekommen, aber ich durfte den französischen Zivildienst absolvieren. Dabei habe ich sehr viele Freiwillige aus verschiedenen Ländern kennengelernt. Schnell wurde mir klar, wie tiefgreifend ein solcher Freiwilligeneinsatz wirkt und wie sehr er Menschen verändert.

Wohin führte Sie Ihr freiwilliges Engagement als Nächstes?

Nach meinem Bachelorabschluss war für mich klar, dass ich erneut einen Freiwilligeneinsatz machen will. Und so kam es, dass ich im Jahr 2018 als Freiwillige, gefördert durch das Europäische Solidaritätskorps, für acht Monate in Nordspanien war. Dort begleitete ich blinde Menschen bei der Organisation ONCE. Parallel dazu nahm ich an zahlreichen Trainings teil und entdeckte meine Leidenschaft für die non-formale Bildung und die Rolle der Trainerin. Zurück in Wien wollte ich diese Erfahrung unbedingt weitergeben und begann sofort als Freizeitmentorin beim Verein Grenzenlos, um internationale Freiwillige in Wien zu unterstützen. Seither dreht sich mein Leben fast ausschließlich um Freiwilligenprojekte.

Haben Sie im ESK-Freiwilligendienst Ihre Berufung gefunden?

Man kann es so sagen! Kurz nach meiner Rückkehr aus Spanien begann ich im März 2020 als Projektkoordinatorin beim Verein Grenzenlos zu arbeiten. Ich durfte junge Menschen auf ihrem Weg begleiten – von der Vorbereitung bis zur Reflexion nach der Rückkehr. Das Strahlen in ihren Augen, wenn sie von ihren Erfahrungen berichten, ist für mich bis heute der schönste Moment meiner Arbeit. Gleichzeitig habe ich mich als Trainerin für Themen wie Inklusion und interkulturelles Lernen spezialisiert. Heute bin ich im Vorstand von Grenzenlos, weiterhin Mentorin und habe 2025 mein eigenes Solidaritätsprojekt umgesetzt. Meine Freiwilligeneinsätze haben nicht nur meine Studienwahl (Kultur- und Sozialanthropologie im Bachelor sowie Sozialwirtschaft im Master) beeinflusst, sondern meinen gesamten beruflichen Werdegang geprägt.

Warum zahlt sich freiwilliges Engagement aus?

Weil es ein Geben und Nehmen auf Augenhöhe ist. Man gibt Zeit und Herzblut, bekommt aber unbezahlbare Perspektiven zurück. In meiner Arbeit als Koordinatorin hat mich vor allem das Vertrauen der Jugendlichen tief geprägt – sie in ihren schwierigsten und schönsten Momenten zu begleiten, lässt einen selbst enorm wachsen. Auch fachlich lernt man fast nebenbei unglaublich viel, etwa über Inklusion oder Projektmanagement. Mein persönliches Highlight war mein Solidaritätsprojekt „Töpfern auf Rädern - ClayConnects“: Zu sehen, wie über 250 Kinder und junge Erwachsene durch Kreativität eine Verbindung zueinander fanden, hat mir gezeigt, dass Engagement genau das tut – es baut Brücken, wo vorher keine waren. Am Ende zahlt es sich aus, weil man spürt, dass man gemeinsam wirklich etwas bewegen kann.

Was möchten Sie als Botschafterin anderen mitgeben?

Die Teilnahme an diesen Programmen kann in gewisser Weise Leben verändern – mein eigenes hat es nachhaltig geprägt – und ich möchte dazu beitragen, dass noch mehr junge Menschen davon erfahren und den Mut haben, diese Chance zu nutzen. Im Juni 2025 durfte ich bei einem Treffen in Helsinki dabei sein, bei dem junge Menschen aus unterschiedlichsten Ländern ihre ESK-Solidaritätsprojekte vorgestellt haben. Es hat mich zutiefst beeindruckt zu sehen, wie viel dadurch in lokalen Gemeinschaften bewegt werden kann. Diese realen Veränderungen vor Augen geführt zu bekommen, hat mir noch einmal bestätigt, wie wichtig dieses Programm ist – und dass ich weiterhin meinen Teil dazu beitragen möchte. Ich bin überzeugt: Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, dieses Programm zu erleben – sei es durch einen Freiwilligeneinsatz im Ausland oder durch die Umsetzung eines eigenen Solidaritätsprojekts. Im besten Fall sogar beides. 

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